Bwindi

Am nächsten Morgen ging es früh los und als wir nach einem kurzen Marsch durch das Dorf unseren Ausgangspunkt erreichten, trafen wir dort unsere 3 Mitstreiter. Nach einem kurzen Briefing machten wir uns auf den Weg, zuerst recht gemütlich einen leicht abfallenden Weg hinunter, dann ging es steil nach unten. Immer mit dem Wissen, dass wir das wieder nach wer weiß wie vielen Stunden durch dichten Wald wieder nach oben keuchen müssen. Wir kamen an einzelnen Hütten vorbei, legten eine kurze Rast ein und beim Erreichen der Waldgrenze nach ca. 45 Minuten teilte uns Guide Matthias nuschelig mit, dass wir Glück habe. Allerdings waren wir uns nicht sicher, ihn richtig verstanden zu haben, denn wir sahen nichts. Außer noch mehr Menschen! Das waren die am frühen Morgen vorausgeeilten Fährtensucher und das hieß, dass die Gorillas hier sein müssen.

Und tatsächlich, 30 Meter unter uns, auf einem schwach bewaldetem kleinen Mini – Plateau sahen wir sie.

Wir mussten alles zurück lassen und machten uns an den Abstieg, alle in heller Aufregung und doch sehr leise. Gerade als wir unten ankamen, trabte ein kleines Gorilla – Baby den Weg entlang in unsere Richtung und kletterte bei seiner Mama kurz vor uns auf den doch sehr breiten Rücken. Was für ein Auftakt.

Wir schlichen uns um sie herum, um sie von der anderen Seite zu betrachten und da sahen wir prompt den Boss der Gruppe, den Silberrücken. Und rochen ihn!!!!

Einige Zeit lang beobachteten wir die Gruppe, wie sie herum tollten, dann setzte sich auf einmal der Silberrücken in Bewegung und kam auf uns zu. Die Anweisung lautete, ihn zu ignorieren, damit er sich nicht herausgefordert vorkommt. 1 Meter vor uns verweilte er kurz, ging dann weiter und legte sich dekorativ in Denkerpose auf den Weg. Wahnsinn! Wir konnten uns nicht satt sehen. Nach und nach kam die ganze Gruppe nun an uns vorbei und bewegte sich vorwärts, über offenes Gelände.

An einem Baum mitten drin, machten sie kurz halt, knabberten, kletterten und gingen weiter. Das kleine Gorilla – Baby schlug noch ein dekoratives Rad nach dem Abgang vom Baum und rannte dann mit Tippelschritten neben dem Boss her. Der schien sich dagegen fast in Zeitlupe zu bewegen.

Wir folgten ihnen mit Hilfe der Guides und einiger Machetenhiebe noch ins Dickicht und da turnten sie auch schon über unseren Köpfen im Baum herum.

Sogar der Silberrücken kletterte hinauf und so saßen sie zu dritt auf einem wunderbar einsehbaren Baum herum.

Als die Gruppe weiter zog, war unsere Zeit abgelaufen und voll mit phantastischen Eindrücken kämpften wir uns zu unserem Weg zurück.

Der Aufstieg ging mit dieser euphorischen Stimmung bei uns fast wie von selbst, jedoch mussten wir für den Ältesten der Gruppe immer wieder Schatten – Verschnauf – Pausen einlegen und so zog er sich doch sehr. Alles in allem waren wir aber um 11.50 Uhr bereits wieder in unserer Lodge. Nach einem begeisterten Berichten und kühlen Getränken und tollen Gesprächen mit den wahnsinnig netten Angestellten machten wir uns schweren Herzens auf den Weiterweg.

Die Straße war viel schlechter als auf dem Hinweg, trotzdem kamen wir schon nach gut 90 Minuten in Kisuru an. Von dort war es nur ein Katzensprung zur Grenze. Wir fuhren unserem Navi nach, das uns über Äcker und Feldwege führte. Uns war es egal, Hauptsache wir kamen an. Die ganze Zeit lachten wir über diese Grenzstraße, bis wir kurz vor der Grenze auf die eigentlichen Hauptstraße kamen und feststellten, dass wir diese wohl verpasst hatten.

Die Ausreise ging problemlos, leider trafen wir auf der ruandischen Seite auf Gott himself, der sich in seiner Rolle als Einwanderungsgott mit uneingeschränkter Macht sehr wohl fühlte.

Trotzdem brachten wir auch das mit Freundlichkeit und stoischem Verhalten hinter uns und fuhren Richtung Kigali. Nach einem uns an der Grenze hinterhergeschrieenem Hinweis auch auf der richtigen Straßenseite, nämlich rechts!

Die Straßen waren immer voller Menschen und es wirkte alles sehr sauber und aufgeräumt. Man sah kaum Lehmhütten und fast nur Steinhäuser.

Kurz vor Kigali wurden wir nach einem kleinen Überholmanöver von der Polizei rausgezogen.

Der Polizist klärte uns freundlich auf, dass wir noch innerorts sind und nur 40 fahren dürfen. Das Schild vor uns mit 60 sei noch 10 Meter entfernt und erst ab da, und zwar genau ab da dürfe man 60 fahren. Und wir wären laut seiner Laserpistole sogar 62 gefahren. Und deshalb würden wir jetzt bestraft werden!!! Nach einigem Hin und Her, der Beteuerung, dass wir dachten, wir wären schon außerhalb, was wirklich stimmte, denn wir halten uns sehr genau an die Vorgaben, da sie massenweise kontrollieren und dass kurz vor uns ein anderes Auto auch überholt habe, dies aber nicht aufgehalten worden sei, ließ er uns resigniert und ohne Strafe weiterfahren.

In der Dämmerung erreichten wir Kigali und hielten Ausschau nach unserem ausgesuchten Hostel. Leider hatten die Straßen in unserem Führer Namen und die Straßen vor Ort nach amerikanischen Vorbild Nummern. So zirkelten wir das Hostel immer mehr ein, mussten einigen Einbahnstraßen ausweichen, einer gesperrten Straße, da dort Häuser eingestürzt waren fragten einen Taxifahrer, fuhren wieder im Kreis, fragten den nächsten, fuhren wieder zurück und fragten schließlich eine Gruppe junger Männer, die vor einem Haus standen. Leider hatten die überhaupt keine Ahnung!!

Also fuhren wir zum schräg gegenüberliegenden Boutique – Hotel und fragten dort nach.

Es stellte sich heraus, dass es in dem Haus war, wo die Männer davor gestanden hatten!!! Leider hatte es geschlossen.

Wir konnten aber das Wlan des Hotels nutzen und fanden so das Hotel Gloria, mitten in der Stadt, mit einem schönen Essbereich im zweiten Stock und freier Sicht auf die Straßen.

Endlich angekommen!!!

13. Oktober 2015 Barbara Uganda No Comments

Share Your Thoughts