Hwange – Masuma Dam

Am nächsten Morgen hatten wir keine Eile und fuhren so um halb zehn nach einem gemütlichen Frühstück und Duschen in super Sanitäranlagen Richtung Hwange. Auf dem Weg erstanden wir noch einen geschnitzten Schöpflöffel an der Straße.

Nachdem der Sprit in Zimbabwe sehr teuer ist, wollten wir das erste Mal unseren Zusatztank in Anspruch nehmen, was auch nach einigen Anlaufschwierigkeiten klappte. Denn die Pumpe verklebt nach einiger Zeit, wenn man sie nicht regelmäßig anschaltet. Aber mit einem kleinen Zuspruch in Form eines Schraubenziehers, mit dem man sie leicht anstupst, ging sie wieder einwandfrei…

Auf in den Hwangepark… Am Eingang bekamen wir die Mitteilung, dass wir nicht am Masuma Dam übernachten können, da man das in Harare im Headquarter vorabreservieren müsste. Aber wir könnten gerne in Sinamatella, knapp 30 km von da entfernt übernachten. Abschließend erhielten wir noch ein paar Tipps, wo wir Stopps einlegen können und los ging es.

Die Straßen waren sehr gut, am Anfang geteert, dann nur noch teilweise geteert und auch die Pisten waren völlig in Ordnung, so dass wir gut voran kamen.

Als wir uns dem zweiten Wasserloch näherten, bemerkten wir einen strengen Geruch. Wir fuhren hin, parkten das Auto und erklommen die Aussichtsplattform. Dort entdeckten wir einen toten Elefanten neben dem Wasserloch, was auch den Geruch erklärte. Auf ihm saßen Geier, aber sie konnten nicht durch die dicke Haut hindurch dringen. Allerdings konnten wir die Todesursache nicht erkennen, da wir den Kopf nicht sahen.

Aber wir sahen auch viele andere, lebende Elefanten, die am Wasserloch tranken und uns lustige Szenen lieferten.

Anschließend fuhren wir zügig weiter, legten so 90 km zurück und kamen um kurz vor halb sechs am bevorzugten Wasserloch Masuma Dam an, an dem wir unser Glück doch noch versuchen wollten.

Schon bei der Hinfahrt bot sich uns ein guter Ausblick: Viele Elefanten, die sich um ein Wasserloch drängelten und ziemlich nah ein Stückchen höher ein überdachter Ausguck.

Langsam fuhren wir die Anhöhe hinauf und durch ein Tor auf einen runden Platz. Darauf stand schon ein Auto und ein Familienzelt. Wir parkten auf der anderen Seite, stiegen aus und kamen gleich mit der Frau von gegenüber ins Gespräch. Sie erzählte, dass sie bereits im Mai diesen Platz gebucht hätte. Oh weh, aber ehe wir uns aufmachten, den Bewacher zu suchen, wollten wir erstmal das Spektakel genießen und gingen die paar Stufen hinab. Dort saßen vier Leute, und es stellte sich heraus, dass Thomas aus dem hohen Norden von Deutschland war und Julia eine Peruanerin ebenfalls ihre Mutter und die gemeinsame Tochter.

Wir grüßten und bekamen bereits nach kurzer Zeit mitgeteilt, wo sich Löwen in Sichtweite befinden. Und tatsächlich, ein Löwenpaar, das sich gerade wieder paarte.

Nach kurzen Geplänkel und ratschen, wurden wir eingeladen, doch die Nacht hier zu verbringen, sie hätten für 6 Personen reserviert und das würde doch gut passen. Was für ein Glück für uns. Und um es uns gleich viel schmackhafter zu machen, bekamen wir auch noch einen Gin Tonic…

So konnten wir also entspannt bis zur Dunkelheit zusammen sitzen und den Tieren zusehen. Und das hat sich gelohnt. Die Elefanten verhalten sich wie Menschen. Hier ein bisschen ärgern, kümmern, drängeln, wegschubsen und viel mehr. Es war wahnsinnig toll, dabei zusehen zu können. Auch durften wir erleben, wie das Löwenpaar, obwohl es nur herumlag, von vorbeiziehenden Elefanten nachhaltig verscheucht wurde. Dann wurde es dunkel und Zeit, auf den Platz nach oben zu gehen, denn hier war es nicht ganz sicher und oben wurden die Tore geschlossen.

Nach einem getrennten Abendessen saßen wir dann bis tief in die Nacht am Lagerfeuer zusammen, allerdings ohne Oma, dafür mit Löwengebrüll. Schon toll, wenn man weiß, dass der Löwe nur knapp 400 Meter entfernt ist.

Wolf und ich hatten, nachdem die anderen schon zu Bett gegangen waren, Schwierigkeiten, uns von dem Sternenhimmel und den dunklen Schatten der Elefanten und ihren Geräuschen loszureißen. Aber fünf Stunden Schlaf sollten es schon sein.

24. Oktober 2015 Barbara Zimbabwe No Comments

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